Euro-Office: Europäische Cloudplattform als Microsoft-365-Alternative
Euro-Office ist eine europäische Cloudplattform für Dokumente, Tabellen und Präsentationen – kostenlos, Open Source und als souveräne Alternative zu Microsoft 365 und Google Docs entwickelt. Das Projekt wurde Ende März 2026 in Berlin von einer Koalition europäischer Unternehmen rund um IONOS und Nextcloud vorgestellt.
Habt ihr das mitbekommen? Eine Gruppe europäischer Unternehmen hat tatsächlich eine eigene Office-Suite an den Start gebracht – komplett Open Source, kostenlos und ohne Abhängigkeit von Microsoft oder Google. Keine halbherzige Lösung, sondern eine vollwertige europäische Cloudplattform, die auch wirklich mit den gängigen Formaten klarkommt.
Die vier Kernanwendungen der europäischen Cloudplattform
Euro-Office bringt vier vollwertige Anwendungen mit, die alle wichtigen Dateiformate unterstützen:
- Textverarbeitung – unterstützt Microsoft Word (DOCX) und Open Document (ODT)
- Tabellenkalkulation – unterstützt Microsoft Excel (XLSX) und Open Document (ODS)
- Präsentationen – unterstützt Microsoft PowerPoint (PPTX) und Open Document (ODP)
- PDF-Editor – für die direkte Bearbeitung von PDF-Dateien
Technisch basiert die europäische Cloudplattform auf einem Fork von OnlyOffice – man baut also auf einer bewährten Codebasis auf, statt bei Null zu starten. Nextcloud und IONOS begründen die Wahl damit, dass OnlyOffice eine modernere Architektur hat als etwa LibreOffice oder dessen Browser-Variante Collabora.

Wer steckt hinter der europäischen Cloudplattform Euro-Office?
Über ein Dutzend europäische Unternehmen und Organisationen arbeiten an Euro-Office zusammen. Die wichtigsten Partner:
- IONOS – einer der größten Hosting-Anbieter Europas mit Rechenzentren in Deutschland
- Nextcloud – die Open-Source-Cloud-Plattform für Dateisynchronisation und Zusammenarbeit (mehr zu Nextcloud in unserem Blog)
- OpenProject – Open-Source-Projektmanagement aus Europa
- Eurostack, XWiki, Soverin, Abilian, OpenXchange und BTactic

„Mit den geopolitischen Entwicklungen besteht klarer Bedarf für eine zuverlässige, voll kompatible und benutzerfreundliche souveräne Lösung.“
– Achim Weiss, CEO IONOS
„Europa hatte die technischen Bausteine jahrelang. Was fehlte, war die Initiative, sie zusammenzuführen.“
– Frank Karlitschek, Gründer Nextcloud
Warum braucht Europa eine eigene Cloudplattform für Office-Anwendungen?
Die Abhängigkeit europäischer Unternehmen und Behörden von US-Techkonzernen wird zum echten Problem. Mehrere Faktoren treiben die Nachfrage nach einer europäischen Cloudplattform:
- Steigende Kosten: Microsoft erhöht die Preise für Microsoft 365 Business-Abos um 9 bis 25 Prozent
- Datenschutz: Europäische Daten werden auf US-Servern verarbeitet, was DSGVO-Bedenken aufwirft
- Geopolitik: Zunehmende Spannungen machen digitale Abhängigkeiten zum Sicherheitsrisiko
- Vendor Lock-in: Der Wechsel weg von Microsoft ist für viele Organisationen extrem schwierig

Auch im EU-Parlament wird schon länger gefordert, dass Behörden auf europäische Produkte setzen sollen. Wer sich für die Sicherheitsrisiken von Cloud-Lösungen von Microsoft interessiert, findet bei uns im Blog einen ausführlichen Bericht dazu.
Die 5 wichtigsten Vorteile der europäischen Cloudplattform Euro-Office
- Vollständig Open Source – transparenter Quellcode, keine versteckten Hintertüren, öffentlich auf GitHub einsehbar
- DSGVO-konform – alle Daten bleiben in Europa, kein Transfer in die USA
- Kostenlos nutzbar – keine Lizenzgebühren, keine Abonnements nötig
- Microsoft-kompatibel – nahtlose Zusammenarbeit mit DOCX, XLSX und PPTX-Dateien
- Dezentral – kein Vendor Lock-in, kein einzelner Cloud-Anbieter als Abhängigkeit

Euro-Office in den Medien: So berichten heise, Der Standard und Co.
Das Medienecho auf die europäische Cloudplattform ist enorm. Die wichtigsten deutschsprachigen IT-Medien berichten:
- heise online berichtet ausführlich über die technischen Hintergründe und hat den IONOS Nextcloud Workspace bereits getestet
- Der Standard (Österreich) titelt: „Nextcloud und Ionos planen deutschen Rivalen zu Microsoft Office“
- Computerwoche fragt: „Euro-Office sticht Microsoft Office?“
- Caschys Blog und CloudComputing-Insider berichten ebenfalls positiv
- LinuxNews berichtet von der Vorstellung in Berlin
Auch internationale Medien wie Computerworld, XDA Developers und How-To Geek berichten über das Projekt.
OnlyOffice-Lizenzstreit: Nicht ganz ohne Kontroverse
Ganz ohne Drama geht’s nicht. OnlyOffice wirft Euro-Office Lizenzverstöße vor. Die Argumentation: Die AGPL-v3-Lizenz enthält Zusatzbedingungen (Abschnitt 7), die verlangen, dass das OnlyOffice-Logo beibehalten und die ursprüngliche Quelle genannt wird.
Nextcloud kontert, dass Forks ein zentrales Element des Open-Source-Ökosystems sind und verweist auf Unterstützung durch die Free Software Foundation und Bradley M. Kuhn, den Schöpfer der AGPL-Lizenz selbst. IONOS stellt sich ebenfalls hinter diese Position. Es wird sicher noch spannende Diskussionen geben – aber rechtlich sieht es für Euro-Office gut aus.
Euro-Office im Video erklärt
Der YouTube-Kanal House of El hat die europäische Cloudplattform und ihre Hintergründe ausführlich zusammengefasst:
Verfügbarkeit und Preise der europäischen Cloudplattform
Euro-Office Tech Preview: Ab sofort kostenlos auf GitHub verfügbar. Die erste stabile Version der europäischen Cloudplattform ist für Sommer 2026 geplant.
IONOS Nextcloud Workspace: Wer Euro-Office sofort produktiv nutzen will, kann den IONOS Nextcloud Workspace buchen – ab 3 Euro pro Nutzer und Monat für die ersten drei Monate (danach 7,60 Euro). Daten werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren gespeichert.
Fazit: Euro-Office als europäische Cloudplattform mit Zukunft
Euro-Office ist ein vielversprechender Schritt in Richtung digitale Souveränität für Europa. Die beteiligten Unternehmen wie IONOS und Nextcloud sind keine kleinen Fische, die Microsoft-Kompatibilität ist gegeben und der Zeitpunkt stimmt. Ob diese europäische Cloudplattform es tatsächlich schafft, Microsoft Office in Unternehmen und Behörden abzulösen, wird sich zeigen. Aber allein die Tatsache, dass es jetzt eine ernsthafte, gut unterstützte Alternative aus Europa gibt, ist ein wichtiger Meilenstein.
Wir bleiben dran und berichten, sobald die erste stabile Version da ist. Bis dahin: Schaut euch die Tech Preview auf GitHub an, wenn ihr neugierig seid!

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