Nextcloud Hub 26 Summer: Office am Desktop, Teams mit eigenem Zuhause – und was das für Unternehmen in Österreich bedeutet
Am 16. September 2026 hat Nextcloud das Release Hub 26 Summer veröffentlicht. Die drei Neuerungen, die für Unternehmen zählen: eine Desktop-Version von Nextcloud Office auf Basis von Euro-Office (Dokumente lokal bearbeiten, trotzdem gemeinsam in Echtzeit), Nextcloud Teams als eigener Arbeitsbereich, in dem Dateien, Boards und Chats dem Team gehören statt einer Person – und ein Nextcloud Assistant, der mit lokalen KI-Modellen Skills lernt, Aufgaben plant und Belege per OCR liest. Dazu vertrauliche Unterhaltungen in Talk, Einmalpasswörter für Freigaben und ein Neustart der Fotos-App. Wer eine europäische Alternative zu Microsoft 365 sucht, bekommt mit diesem Release erstmals eine, die auch am Desktop funktioniert – sobald die Downloads in den kommenden Wochen freigegeben sind.
Die drei Neuerungen, die Ihr Unternehmen betreffen:
- Nextcloud Office am Desktop – lokal arbeiten, gemeinsam bearbeiten, ohne Browser
- Nextcloud Teams – Dateien, Boards und Chats gehören dem Team, nicht der Person
- Nextcloud Assistant – Skills, Gedächtnis, geplante Aufgaben, OCR – komplett mit lokaler KI
Was ist Nextcloud Hub 26 Summer?
Nextcloud veröffentlicht zweimal jährlich ein großes Release. Hub 26 Summer ist die Sommerversion 2026 und bündelt Files, Talk, Groupware, Office, Assistant und die Produktivitäts-Apps (Text, Collectives, Deck, Notes, Tables) zu einer Plattform. Das Release ist ab sofort verfügbar; die Desktop-Apps für Euro-Office folgen laut Nextcloud „in den kommenden Wochen“.
Für die Einordnung: Nextcloud ist Open Source, läuft auf eigener Hardware oder bei einem europäischen Hoster – und ist damit der technische Kern der meisten Projekte zur digitalen Souveränität in Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Wer sich für das Thema interessiert, findet in unserem Beitrag Euro-Office: Europas souveräne Alternative zu Microsoft Office den Hintergrund zur Initiative, die hinter dem neuen Office steht.
Nextcloud Office am Desktop: Das Ende des Browser-Zwangs
Die größte Neuerung ist eine eigene Desktop-Anwendung für Nextcloud Office auf Basis von Euro-Office – für Windows (x64/arm64), Linux (x64/arm64) und macOS (arm64).
Bisher gab es zwei Welten: Entweder man bearbeitete Dokumente im Browser (Collabora Online oder seit Juni Euro-Office), oder man synchronisierte die Dateien mit dem Nextcloud-Desktop-Client auf den eigenen Rechner und öffnete sie mit LibreOffice oder Microsoft Office. Der zweite Weg war bequem, aber ohne gemeinsames Bearbeiten – und mit dem Risiko, dass zwei Personen dieselbe Datei überschreiben.
Die neue Desktop-App verbindet beides:
- Lokal arbeiten: Dokumente werden auf dem eigenen Rechner bearbeitet, mit lokalen Schriftarten und Einstellungen. Das funktioniert auch ganz ohne Nextcloud.
- Optional verbunden: Wird die App mit der eigenen Nextcloud gekoppelt, können andere derselben Bearbeitungssitzung beitreten – egal ob sie ebenfalls die Desktop-App oder den Browser nutzen. Änderungen erscheinen in Echtzeit.
- Dateisperren: Ein geöffnetes Dokument kann nicht versehentlich von jemand anderem überschrieben werden.
- KI-Funktionen aus Euro-Office lassen sich auf Wunsch auch in der Desktop-App nutzen.

Parallel kommen Euro-Office und das Whiteboard in die mobile Nextcloud-App für iOS und Android – nicht als eigene Apps, sondern integriert.
Unsere Einschätzung: Das ist der Schritt, auf den viele Unternehmen gewartet haben. Der Hauptgrund, warum Microsoft 365 im Mittelstand nicht abgelöst wird, ist selten die Funktion – es ist die Gewohnheit, ein Programm auf dem Desktop zu haben. Ob die App diese Gewohnheit tatsächlich bedienen kann, zeigt sich erst im Praxistest. Wir testen sie, sobald sie verfügbar ist, und berichten hier.
Nextcloud Teams: Wenn Dateien dem Team gehören, nicht der Person
Das zweite große Thema löst ein Problem, das wir aus fast jedem Kundenprojekt kennen: Eine Mitarbeiterin teilt Ordner, Boards und Chats mit dem Team. Sie verlässt das Unternehmen, ihr Konto wird gelöscht – und mit ihm der Zugriff für alle anderen.
Bisher lebten Teams in Nextcloud nur als Gruppe in den Kontakten. Mit Hub 26 Summer bekommt jedes Team einen eigenen Arbeitsbereich mit eigener Startseite, eigenem Speicher und eigenen Ressourcen:
- Team-Eigentum: Team-Ordner gab es schon (Group Folders). Neu ist, dass auch Deck-Boards und Collectives-Wissenssammlungen dem Team gehören – und Dateien, die im Talk-Chat des Teams hochgeladen werden, landen automatisch beim Team. Weitere Apps sollen folgen.
- Ein Ort für alles: Die Team-Startseite verbindet Dateien, Aufgaben und Wissen. Neue Mitglieder haben sofort Zugriff auf alles, Ausgeschiedene verlieren ihn – ohne dass Daten verschwinden.
- Eigene App und Admin-Ansicht: Teams haben jetzt ein Symbol im App-Menü; Administratoren sehen alle Teams samt Speicherverbrauch und können Kontingente setzen (die Admin-Einstellungen kommen mit dem nächsten Minor-Release).

Entwickelt wurde das zusammen mit Dataport, dem IT-Dienstleister mehrerer deutscher Bundesländer – also aus Anforderungen des öffentlichen Sektors, die sich eins zu eins auf KMU übertragen lassen.
Unsere Einschätzung: Das ist für Unternehmen die wichtigste Neuerung des Releases. Wer Nextcloud bisher wegen des „Was passiert, wenn jemand geht“-Problems nur zögerlich eingesetzt hat, hat jetzt eine saubere Antwort. Wichtig beim Umstieg: Bestehende persönliche Freigaben wandern nicht automatisch – die Team-Struktur muss einmal bewusst aufgesetzt werden. Das ist ein halber Tag Arbeit, der sich lohnt.
Nextcloud Talk: Vertrauliche Unterhaltungen und Ankündigungskanäle
Nextcloud Talk – die Chat- und Videokonferenz-Komponente und damit das eigentliche Gegenstück zu Microsoft Teams – bekommt zwei neue Konversationstypen:
Vertrauliche Unterhaltungen („Classified“) für Inhalte, die das Unternehmen nicht verlassen dürfen: keine öffentlichen Links, keine Gäste, Weiterleiten und Aufzeichnen gesperrt, SIP-Einwahl deaktiviert, Medienvorschauen erst nach zusätzlicher Bestätigung (gegen den Blick über die Schulter), Nachrichten mit automatischem Ablauf. Der Sinn: Ein Fehlklick oder eine Unaufmerksamkeit soll keine sensiblen Informationen abfließen lassen.
Kanäle und Ankündigungen für das Gegenteil: Moderatoren veröffentlichen, alle anderen lesen und reagieren – keine Diskussion, keine Anrufe, Teilnehmerliste nur für Moderatoren. Kanäle sind für alle im Unternehmen auffindbar (Gäste möglich), Ankündigungen haben einen festen Empfängerkreis.
Dazu: globale Nachrichtensuche, überarbeitete Navigation, und das High-Performance-Backend soll Calls mit über 1.000 Teilnehmern in einem Raum tragen – passende Hardware vorausgesetzt.
Nextcloud Assistant: Lokale KI, die Skills lernt
Der Nextcloud Assistant ist der KI-Baustein der Plattform – und der Punkt, an dem sich Nextcloud am deutlichsten von Microsoft Copilot unterscheidet: Er läuft vollständig mit lokalen, offenen Modellen (aktuell empfohlen Qwen 3.5 und Gemma 4), ist optional und wird dort gehostet, wo das Unternehmen es entscheidet. Keine Daten gehen an OpenAI, Anthropic oder Google.
Neu in Hub 26 Summer:
- OCR und Bildverständnis: Ein Foto einer Rechnung, eines Lieferscheins oder einer handschriftlichen Notiz in den Chat ziehen – der Assistant liest den Text aus und beantwortet Fragen dazu.
- Audio: Aus Aufnahmen werden Untertitel und in Absätze gegliederte Transkripte.
- Gedächtnis: Der Assistant behält Informationen über mehrere Chats hinweg.
- Skills: Mehrstufige Abläufe einmal definieren („Meeting-Vorbereitung“, „Release Notes formatieren“) und danach mit einem Stichwort auslösen.
- Geplante Aufgaben: Wiederkehrende Vorgänge zu fester Zeit – etwa ein tägliches Briefing um 8 Uhr.
- Agenten in Mail, Deck, Talk und Tables; auf Wunsch mit Websuche und einsehbarem Reasoning.
- Tempo: Streaming-Ausgabe, Batch-Verarbeitung, Context-Chat-Bereinigung von 200 Sekunden auf Millisekunden.

Unsere Einschätzung: Wir betreiben bei uns selbst einen KI-Assistenten für Telefon, E-Mail und Organisation – und wissen aus dem Alltag, dass Skills, Gedächtnis und geplante Aufgaben genau die drei Funktionen sind, die einen Assistenten vom Spielzeug zum Werkzeug machen. Dass Nextcloud das mit lokalen Modellen anbietet, macht es für Steuerberater, Arztpraxen und alle, die mit Gesundheits- oder Finanzdaten arbeiten, überhaupt erst einsetzbar.
Weitere Neuerungen im Überblick
- Nextcloud Text: Inline-Kommentare, Fußnoten und Quellenverweise; Markdown-Dateien lassen sich versionsweise vergleichen (Änderungen, Volltext oder Quelltext).
- Notes: Zen-Modus, Vorlagen, Versionsverlauf in der Seitenleiste.
- Tables und Flow: Relationale Spalten (eine Quelle, überall aktuell), Export von Tabellenstrukturen, Benachrichtigungen, Budibase-Integration für Workflow-Automatisierung – entwickelt mit dem Land Schleswig-Holstein.
- Kalender: Raumfinder mit Frei/Belegt-Anzeige (von SURF, dem niederländischen Hochschulnetz), Verwaltung von Räumen und Ressourcen im Web.
- Mail: Sieve-Weiterleitungen, Anhang-Vorschau, schwebender Editor zum Schreiben beim Lesen.
- Freigaben: Einmalpasswörter (OTP) für Dateifreigaben, standardmäßig per E-Mail, erweiterbar auf SMS – entwickelt mit dem ISV-Partner Sendent. Ein einheitlicher Freigabedialog für alle Apps.
- Fotos: Komplett neues Raster, Kartensuche, automatische „Reise-Erinnerungen“, Jahresrückblick, Metadaten korrigieren ohne Original zu verändern, Alben in der mobilen App (beigesteuert von der Deutschen Telekom für MagentaCLOUD), Import aus Google Fotos.
- Collabora Online bleibt als zweite Office-Option: KI-Sidebar mit Tonfall-Wahl und Präsentationsgenerator, Mehrseitenansicht in Writer, Gleichungslöser in Calc.
- Nextcloud Governance (Enterprise, Early Access): Sensitivity-Labels, Aufbewahrungsrichtlinien, Legal Hold, Freigabe-Audit.
- Neue Integrationen: Budibase, Grist, Zulip; Community-Apps Cirruscope, DB Doctor, Absence.

Sollten Sie jetzt updaten?
Nicht sofort auf Produktivsystemen. Ein Major-Release hat erfahrungsgemäß in den ersten zwei bis vier Wochen Nachbesserungen; die Admin-Einstellungen für Teams kommen ohnehin erst mit dem ersten Minor-Release. Unsere Empfehlung:
Vor dem Update auf Hub 26 Summer:
- Backup prüfen – nicht nur, ob es existiert, sondern ob die Wiederherstellung funktioniert. Wir haben dazu gerade einen eigenen Beitrag geschrieben: Datensicherheit in der Cloud – Lehren aus AWS Bahrain.
- Testinstanz aufsetzen oder die bestehende Staging-Umgebung auf Hub 26 Summer heben; Apps auf Kompatibilität prüfen (insbesondere Drittanbieter-Apps und eigene Integrationen).
- Team-Struktur planen, bevor man Teams aktiviert: Welche Ordner, Boards und Chats sollen welchem Team gehören?
- Update auf Produktion nach dem ersten Minor-Release, außerhalb der Geschäftszeiten, mit dokumentiertem Rollback-Plan.

Wer Nextcloud selbst betreibt, braucht dafür das Wissen, es auch zu administrieren – sonst tauscht man die Abhängigkeit von Microsoft gegen die vom Hoster. Wer das nicht selbst leisten will oder kann, sollte einen Partner haben, der es tut und dabei den Zugang nie aus der Hand gibt. Genau so betreiben wir Nextcloud für unsere Kunden: Managed Services aus Österreich mit Kündigungsfrist von drei Monaten und geordneter Übergabe – kein Vendor Lock-in.
Häufige Fragen (FAQ)
Wann ist die Nextcloud Office Desktop-App verfügbar?
Nextcloud kündigt die Downloads für Windows, Linux und macOS „in den kommenden Wochen“ nach dem 16. September 2026 an. Ein fixes Datum gibt es nicht.
Brauche ich Nextcloud, um Euro-Office am Desktop zu nutzen?
Nein. Die Desktop-App funktioniert eigenständig. Die Verbindung mit Nextcloud ist optional und schaltet gemeinsames Bearbeiten, Dateisperren und KI-Funktionen frei.
Was passiert mit bestehenden Freigaben, wenn ich Nextcloud Teams aktiviere?
Nichts automatisch. Persönliche Freigaben bleiben, wie sie sind. Team-Eigentum gilt für Ressourcen, die im Team-Bereich angelegt oder dorthin verschoben werden.
Läuft der Nextcloud Assistant ohne Cloud-KI?
Ja. Er ist für lokale, offene Modelle ausgelegt (z. B. Qwen 3.5, Gemma 4) und kann komplett auf eigener Hardware betrieben werden. Externe Anbieter sind optional anbindbar, aber nicht nötig.
Soll ich sofort auf Hub 26 Summer updaten?
Auf Testsystemen ja, auf Produktivsystemen nach dem ersten Minor-Release – mit geprüftem Backup und Rollback-Plan.
Fazit: Das erste Release, das Microsoft 365 auch am Desktop herausfordert
Nextcloud Hub 26 Summer schließt drei Lücken, die bisher gegen einen Umstieg sprachen: Office am Desktop, Ressourcen im Teambesitz, und eine KI, die im Unternehmen bleibt. Der Praxistest der Desktop-App steht noch aus – aber die Richtung stimmt, und die Partner hinter den Funktionen (Dataport, Schleswig-Holstein, SURF, Deutsche Telekom, IONOS) zeigen, dass hier nicht ein Anbieter allein baut, sondern ein europäisches Ökosystem.

So unterstützt Sie SKAWINSKI – Ihr IT-Partner für Nextcloud und souveräne Cloud
Als IT-Dienstleister für den DACH-Raum unterstützt die SKAWINSKI GmbH kleine und mittlere Unternehmen beim Weg in die souveräne Cloud: von der Bewertung, ob Nextcloud zu Ihnen passt, über die Migration bis zum laufenden Betrieb – ohne dass Sie den Zugang zu Ihren Daten aus der Hand geben.
✓ Nextcloud-Bewertung und Migration – von Microsoft 365, Google Workspace oder Altsystemen
✓ Managed Nextcloud – Betrieb, Updates, Monitoring und Backup, auf eigener Hardware oder in der europäischen Exoscale-Cloud
✓ Nextcloud Teams und Talk einrichten – Team-Struktur, Berechtigungen, vertrauliche Kanäle
✓ Lokale KI mit Nextcloud Assistant – Modelle, Hardware und Datenschutz aus einer Hand
✓ Update-Begleitung – Testinstanz, Kompatibilitätsprüfung, Rollback-Plan
✓ Microsoft- und Exoscale-Partner mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in der IT-Betreuung
✓ Lokaler Anbieter aus Eichgraben mit persönlichem Service vor Ort in Wien, Wien Umgebung und Niederösterreich
✓ Remote-Service europaweit verfügbar – schnelle Hilfe ohne geografische Grenzen
Sie überlegen, ob Nextcloud für Ihr Unternehmen passt – oder betreiben es bereits und wollen sicher auf Hub 26 Summer wechseln? Wir bewerten Ihre Umgebung, planen die Migration und übernehmen auf Wunsch den laufenden Betrieb.
„Wir fangen da an, wo andere aufhören.“
– Robert Skawinski · SKAWINSKI GmbH
Quellen: Nextcloud, „Nextcloud Hub 26 Summer: Autonomy for Teams, Office on desktop, a fresh take on Photos“, Release-Blog 16.09.2026; IT-ION GmbH / Daniel Klozbücher, „Nextcloud Hub Summer 2026“ (YouTube), 16.09.2026; Nextcloud, „Sovereign office suite Euro-Office to release June 9“, Pressemitteilung 2026.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung durch die SKAWINSKI GmbH erstellt und redaktionell geprüft.






